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Employee Experience

Wie Unternehmen mit Feedback-Loops das Lernen steuern

Wie können Unternehmen ihren Talenten eine qualitativ hochwertige Weiterbildung gewährleisten? Wir zeigen Ihnen, wie Feedback-Loops dabei unterstützen.

Der Arbeitsmarkt befindet sich in einem fundamentalen Wandel. Die Baby Boomers gehen langsam in den Ruhestand, Millenials drängen sukzessive in Führungspositionen und selbst ambitionierte Talente wünschen sich mehr Zeit für das Privatleben. Die Erwartungen von Mitarbeitenden, insbesondere von jüngeren Talenten, an ihre Arbeitgeber sind gestiegen. Gleichzeitig kämpfen viele Unternehmen darum, im heutigen, hochdynamischen Markt relevant zu bleiben.

Neue Skills sind verlangt

Die zunehmende Automation von Arbeitsprozessen ersetzt im Jahr 2020 (nach Schätzung von Forrester) in Europa 1 Mio. Arbeitskräfte. Betrachtet man die Geschwindigkeit, mit der sich neue Technologien am Markt etablieren und den Arbeitsmarkt verändern, ist das nicht weiter erstaunlich. Auf der einen Seite verschwinden Jobs, auf der anderen werden für agile Arbeitskräfte und digitale Spitzenreiter neue Arbeitsplätze geschaffen. Der technologiegetriebene Markt verlangt nach neuen Skills und Kompetenzen.

Unternehmen brauchen Zugang zu Talenten mit einem offenen Mindset, um die gestiegenen Herausforderungen zu bewältigen. Es gilt, die richtigen Talente zu finden und an sich zu binden.

Die sorgfältige Rekrutierung, Einführung, Entwicklung und Bindung von Talenten (Talentmanagement) hat damit an Gewicht gewonnen. Das Augenmerk richtet sich besonders auf den Bereich Weiterentwicklung/Lernen, denn die Talente brauchen in einem dynamischen Markt ein umfangreiches, sich sukzessive an neue Situationen anpassbares Skills-Set, um die heutigen und künftigen Anforderungen im Markt zu meistern.

Lernen als Wettbewerbsvorteil

HR-Verantwortliche nannten im Jahr 2019 den Bereich «Lernen» als den Top Trend und sahen da auch den dringlichsten Handlungsbedarf. Das unternehmensweite Lernen hat eine strategische Bedeutung erhalten. In Mitarbeiterkompetenzen zu investieren, stärkt die Innovationskraft von Unternehmen. Kompetenzen lassen sich nicht so leicht kopieren, sie können ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.

Lernen avanciert deshalb in Unternehmen zu einem umfassenden Konzept des kontinuierlichen Lernens. Es meint einerseits Lernagilität, aber auch konkret das Lernen am Arbeitsplatz sowie ein qualitativ hochwertiges, auf die Unternehmensziele abgestimmtes Aus- und Weiterbildungsangebot, das die Talente auf ihrer Employee Journey begleitet.

Unternehmen müssen heute Weiterbildungen anbieten, um ihre Mitarbeiter überhaupt zu halten. Die jüngere Generation findet Weiterbildung immer wichtiger und erwartet vom Arbeitgeber ein entsprechendes Angebot. Gleichzeitig wandeln sich die Berufsbilder in einer immer höheren Geschwindigkeit. Weiterbildungsangebote sind notwendig, um die Produktivität im eigenen Unternehmen aufrecht zu erhalten und sich die Innovationsfähigkeit zu erhalten.

Daniel Schütt
CEO bei Masterplan

Lernen Ja, aber wie?

Mitarbeitende brauchen in jeder Phase ihrer Employee Journey Zugang zu Weiterbildungen, um auf den Zug des hyperdynamischen Marktes aufzuspringen und in diesem Tempo weiterzufahren. Früher lag die Verantwortung beim Personalentwickler, wer sich weiterzubilden hat. Heute sind es die Mitarbeitenden selbst, die ihre Wissenslücken erkennen und diese mit passenden Weiterbildungen schliessen möchten. Mitarbeitende übernehmen Eigenverantwortung, ihr Wissen zu vervollständigen, um ihren Job besser machen zu können. Das ist eine grundsätzlich positive Entwicklung.

Aus Unternehmenssicht müssen Weiterbildungen die Mitarbeitenden in ihrem Job befähigen. Es nützt einer Organisation wenig, Mitarbeitende Dutzende von Weiterbildungen absolvieren zu lassen ohne Erkenntnisse darüber, ob diese auch wirklich den gewünschten Erfolg bringen. Aber wie können Unternehmen eine qualitativ hochwertige Weiterbildung gewährleisten?

Mit Mitarbeiterfeedback das Lernen messen

Es braucht eine enge Begleitung der Talente in ihrem individuellen Lernprozess über alle Phasen der Employee Journey und eine qualitative Sicherstellung der Lerninhalte, um Weiterbildungen zu ermöglichen, die

a) die Kompetenzen der Talente bereichern und ergänzen und b) auf die Ziele des Unternehmens abgestützt sind.

Dazu benötigen Unternehmen Erkenntnisse darüber, wie erfolgreich das Wissen vermittelt wurde und wie nachhaltig dieses die Talente in ihrem Joballtag unterstützt. Kontinuierliches Mitarbeiter-Feedback vor, während und nach der Absolvierung von Weiterbildungen macht den Lernprozess messbar. Es zeigt auf, ob die Lerninhalte angemessen vermittelt wurde, ob der Praxistransfer funktionierte und wo Optimierungspotenzial besteht.

Erst mit einer systematischen Erfolgsmessung sind Unternehmen in der Lage, ihr Weiterbildungsangebot zielgerichtet zu optimieren.

Feedback Loop Infografik

Wie Feedback-Loops im Bereich Lernen Potenziale erschliessen:

  • Weiterbildungsangebote sind abgestimmt auf die Mitarbeiterbedürfnisse und die Unternehmensziele.
  • Sie ermöglichen eine kontinuierliche und systematische Weiterbildungsoptimierung.
  • Sie geben Erkenntnisse in Bezug auf zukünftige Weiterbildungsbedürfnisse.
  • Der Praxistransfer wird belegbar.
  • Das intensive Begleiten der Talente auf ihrer Lernreise bindet sie näher ans Unternehmen.
  • Es entwickelt sich eine Feedback-Kultur im Unternehmen.
  • Das Unternehmen verkürzt seine Lernzyklen, indem es die Weiterbildungen fast sofort aufgrund der Rückmeldungen anpassen kann.

Key Takeaway

Je besser Unternehmen die Talente in ihrem Lernprozess mit Mitarbeiter-Umfragen begleiten, desto erfolgreicher steuern sie den Bereich Weiterbildung/Lernen in der Organisation. Mit engmaschigen Feedback-Loops und Optimierungsmassnahmen sind sie in der Lage, ihre internen oder auch externen Weiterbildungsangebote entlang der Mitarbeiter- und Unternehmensbedürfnisse zu steuern.

Das Resultat zeigt sich in besser ausgebildeten, kompetenteren Mitarbeitenden, die zufrieden sind mit dem Weiterbildungsangebot im Unternehmen.